Begriff suchen
Sie sind hier: Gesichter

Inge Hannemann

Inge HannemannInge Hannemann (1968 in Hamburg geboren) ist mittlerweile bundesweit bekannt als Hartz-IV-Kritikerin und Bloggerin aus Hamburg-Altona. Sie ist gelernte Speditionskauffrau, Netzwerkadministratorin und Arbeitsvermittlerin, studierte Journalismus, war als Dozentin in der Erwachsenenbildung für Erwerbslose tätig. Aktuell ist sie Abgeordnete der Fraktion DIE LINKE.  

Inge Hannemann war die erste Mitarbeiterin eines deutschen Jobcenters, die sich öffentlich kritisch gegen die Arbeitsmarktpolitik der Agenda 2010 zu Wort meldete. So führt sie in ihrem Altona-Blog und in diversen Vorträgen und Interviews aus, „Fordern und Fördern“, die erklärten Ziele des Hartz-Konzepts, seien längst technokratischen Vorgaben gewichen. Hartz IV verfolge nicht das Ziel, Arbeitslosen eine Perspektive für den Wiedereintritt ins Arbeitsleben zu bieten, sondern sie mittels Sanktionsdruck aus dem Leistungsbezug zu drängen. 

Auszug aus einem Interview von Stern-TV: „So etwas gab es noch nie: Eine angestellte Jobcenter-Mitarbeiterin prangert öffentlich die Missstände im Umgang mit Hartz IV-Empfängern an. Seit 2005 hat Inge Hannemann in Jobcentern gearbeitet. Die letzten Jahre in Hamburg-Altona. Dort weigerte sie sich schließlich, den Arbeitslosen das Geld zu kürzen, wenn sie nicht erscheinen. Sanktionen verhängte sie kaum noch. In ihrem Online-Blog schrieb die 45-Jährige regelmäßig von ihren Erlebnissen als Jobcenter-Mitarbeiterin.

 "Über die Jahre habe ich gemerkt, dass immer mehr die Zahlen galten und nicht der Mensch. Die Sanktionsquoten wurden höher, das Zwängen in die Maßnahmen wurde höher, der Ausbau der Sinnlos-Maßnahmen immer größer", schreibt sie dort. Und: "Ich weiß um die vielen Suizide durch Hartz IV. Es kann nicht sein, dass das Sozialgesetzbuch mehr Gewicht hat als unsere Verfassung.

Inge Hannemann fordert unter anderem die Abschaffung von Hartz IV und stattdessen ein bedingungsloses Grundeinkommen. Auch Sanktionen, Leiharbeit und unsinnige MaßnaInge Hannemannhmen soll es nicht mehr geben. Ein Schulabschluss oder eine Ausbildung solle zum Grundrecht eines jeden deutschen Bürgers gehören, findet die Hamburgerin. Ihrer Meinung nach drängt Hartz IV vor allem junge Menschen in die soziale Isolation und dadurch weit weg von jeder Möglichkeit, in den ersten Arbeitsmarkt zu finden.

 "Hartz IV macht krank. Man gilt als faul und als Sozialschmarotzer. Und die Gesellschaft gibt einem das Gefühl des Versagens", so Inge Hannemann. "Man wird nicht gebraucht, man kann am gesellschaftlichen Leben nicht mehr teilnehmen. Einen Hartz IV Empfänger erkennt man schon am ziellosen Gang und an der gebückten Haltung. Dazu kommt eine menschenunwürdige Behandlung in den Jobcentern. Bedrohungen, Angst vor Sanktionen, die Behandlung als Mensch unterster Klasse." 

Um Hartz IV abzuschaffen, will Inge Hannemann bis zum Europäischen Gerichtshof gehen. Denn es gehe schlicht um Menschenrechtsverletzungen.

Inge Hannemann hat den Mut, all diese Dinge an die Öffentlichkeit zu tragen. "Ich hab viele Jahre versucht, das intern zu regeln, aufmerksam zu machen, aber ich hab dann auch festgestellt, dass die Öffentlichkeit nichts weiß. Die denken alle, es ist sehr schön in Jobcentern, aber so ist es leider nicht", sagt sie.Dass sie nicht nur dem Jobcenter in Hamburg Altona unbequem war, dürfte klar sein.

Inge Hannemann - Die Hartz IV-DiktaturInzwischen hat Inge Hannemann ein Buch veröffentlicht: Die Hartz IV-Diktatur, erschienen im Rowohlt Verlag GmbH, erhältlich in allen Buchhandlungen und online.

Quelle: Wikipedia, Stern TV, Inge Hannemann

 

Kontakt: 

http://altonabloggt.com

www.inge-hannemann.de